43. KINDERFILMTAGE im Ruhrgebiet
04. Oktober - 01. November 2026
ESSEN - MÜLHEIM - OBERHAUSEN

05. Oktober 2026 – 15. Oktober 2026

Astra Theater

Teichstraße 2, 45127 Essen

Auf Anfrage sind Schulvorstellungen auch im Eulenspiegel buchbar. Bitte beachten Sie den eingeschränkten Bus- und Tram-Verkehr aufgrund der Umbauarbeiten auf der Steeler Straße.

Montag, 05.10.2026, 10:30 Uhr

Der Wunderweltenbaum

Großbritannien, USA 2026 / 110 Min.
Regie: Ben Gregor
Darsteller*innen: Billie Gadsdon, Delilah Bennett-Cardy, Phoenix Laroche u.a.
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 7 Jahren

In dem Film DER WUNDERWELTENBAUM geht es um eine fünfköpfige Familie, die auf das Land ziehen muss, weil sie arm geworden ist. Dort wollen sie Tomaten anpflanzen, um ihren Wohnsitz abbezahlen zu können. Eines Tages bekommt Fran, eine der drei Geschwister, eine Einladung, die sie zum Wunderweltenbaum im nahegelegenen Wald führt, wo sie in eine verwunschene Welt gelangt. In dieser lernt sie die magischen Bewohner:innen kennen, mit denen sie zusammen zauberhafte Welteninseln bereist. Von diesem Abenteuer erzählt sie dann auch ihren Geschwistern, mit welchen sie weitere Abenteuer im Wunderweltenbaum erlebt. Am Tag des Tomatenverkaufs sind plötzlich alle Tomaten verfault. Werden es die Geschwister, mit Hilfe ihrer magischen Freund:innen, schaffen die Tomaten und damit ihr Zuhause zu retten?

Bis auf wenige Szenen, welche nicht ganz nachvollziehbar sind, finden wir den Film sehr gut gelungen, da die reale Welt und die Fantasywelt gut zusammengefügt werden. Trotz der Tatsache, dass es sich teilweise um fiktive Fantasycharaktere handelt, werden diese authentisch und realistisch dargestellt. Ebenso wird eine gute Kameraführung verwendet, zum Beispiel, als die Charaktere auf dem Weg zu den Welteninseln sind. Der Ton und die Musik sind immer passend zur Situation gewählt worden z.B. das Familienlied. Was wir sehr gut finden, ist, dass der Film hauptsächlich in der Natur spielt. Die Moral ist, dass man alles schaffen kann, wenn man daran glaubt und dass man als Familie zusammenhalten sollte.

(BJF Jugendfilmjury)

Montag, 05.10.2026, 11:00 Uhr

Die kleine Amelie oder der Charakter des Regens

Belgien 2025 / 77 Min.
Regie: Maïlys Vallade, Liane-Cho Han
Animation
FSK: ab 6 Jahren
Empfohlen ab 9 Jahren

Inhalt

Japan, Ende der 1960er-Jahre. Amélie wächst als jüngste Tochter einer belgischen Diplomatenfamilie auf. Sie ist ein eigenwilliges Kind, dem permanent 1.000 Fragen und Theorien durch den Kopf gehen: als Baby stille Beobachterin, als Zweijährige hält sie sich für Gott, belgische Schokolade entfacht schließlich ihren Lebenshunger. Es ist vor allem das japanische Hausmädchen der Familie, Nishio-san, das Zugang zu dem Mädchen findet. An ihrer Seite entdeckt Amélie die Schönheit der Welt: das Erwachen der Natur im Frühling, den Regen oder einen Tag am Meer. Als Nishio-san wegen ihrer Nähe zu einem Kind des ehemaligen Feindes unter Druck gerät, wird Amélie mit den Realitäten hinter der Fassade ihres idyllischen Lebens in Nachkriegsjapan konfrontiert. Basierend auf dem autobiografischen Roman von Amélie Nothomb, umgesetzt in malerischem Animationsstil, ist der Film eine liebevolle Umarmung einer Welt, die voller Schönheit und menschlicher Wärme ist, die aber auch von Krieg und Kälte geprägt wird.

Umsetzung

Amélies kindlich-philosophische Gedanken, die wir über die Voice-Over ihrer den Film begleitenden Stimme hören, prägen die Dramaturgie des Films. Auf fantasievoll-eigenwillige Art stellt sie die großen Fragen des Seins – über die Entdeckung der eigenen Existenz, Tod und Erinnerungen, Unversöhnlichkeit und die Kraft menschlicher Verbindung. Durch das konsequente Erzählen der Geschichte aus der Perspektive des Kindes bewahrt der Film seine Zugänglichkeit. Dadurch entsteht eine zugleich philosophische und zutiefst emotionale Kinoerfahrung. Die Animation ist im typischen Stil der japanischen Ghibli-Filme gestaltet und besticht durch seine traumwandlerische Gestaltung der Welt. Die sinnlichen Erfahrungen und die inneren Vorstellungswelten des Kindes sind mal poetisch, mal melancholisch, mal humorvoll ins Bild gesetzt. Die Ebene des Tons unterstützt diese sinnlichen Eindrücke: Wir hören das Wasser, den Wind und die Geräusche des Alltags.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film bietet eine fantasievolle und versöhnliche Grundlage für Gespräche über Identität, Erinnerungen, Umgang mit Tod. Durch das Aufwachsen der Protagonistin zwischen Japan und Europa lassen sich zudem Themen wie kulturelle Prägung, das Gefühl von Fremdheit und kulturübergreifende Erfahrungen behandeln. Kindliches – oder allgemein menschliches – Wahrnehmen und subjektives Erleben kann filmästhetisch analysiert werden: Welche Bilder finden die Regisseurinnen, um den Zuschauenden die Gefühls- und Erlebniswelt Amélies zu vermitteln? Die poetische Bildsprache und die handgezeichnete Animation ermöglichen im Kunstunterricht eine intensive Auseinandersetzung mit visueller Gestaltung und Farbdramaturgie unter dieser Fragestellung. Die philosophischen Gedanken von Amélie über die Dinge des Lebens bieten einen Einstieg in philosophische Grundfragen. Auch die Adaption des autobiographischen Romans und die Anpassungen an das Medium Film bietet sich für eine nähere Untersuchung an.

Quelle: www.visionkino.de

Dienstag, 06.10.2026, 10:30 Uhr

Superkräfte mit Köpfchen

Niederlande 2024 / 92 Min.
Regie: Dylan Haegens
Darsteller*innen: Finn Vogels, Elise Schaap, Bas Hoeflaak, Joke Tjalsma u.a.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 7 Jahren

Inhalt
Lev fühlt sich als Außenseiter, seit er wegen eines verunglückten Sprungs vom Garagendach hinkt. In der Schule wird der unsichere Junge oft gehänselt, zu Hause nerven seine überfürsorglichen Eltern Lidewij und Govert. Psychologischen Beistand findet er in seinem Idol, dem Superhelden Healix, der mit seinen magischen Kräften angeblich Gehbehinderte heilen kann. Als Lev erfährt, dass Healix zu der niederländischen Comic-Con in Utrecht kommt, möchte er mit seinem besten Freund Ravi auch dorthin. Außerdem hofft er, dort seine rätselhafte Videospiel-Partnerin Supergirl kennenzulernen. Doch Levs Eltern halten die Großveranstaltung für zu gefährlich. Zum Glück kommt seine exzentrische Großmutter Lydia zu Besuch und setzt durch, mit ihm zur Comic Con zu fahren. Sie hilft ihm auch, ein Superhelden-Kostüm für den dortigen Superkräfte-Wettbewerb zu beschaffen. Sein großes Ziel gerät in Gefahr, als er erfährt, dass Lydia und die Eltern ihm etwas sehr Wichtiges verschwiegen haben.

Umsetzung
Die Eingangssequenz schneidet im Schnelldurchgang Schlüsselthemen der Adaption des Kinderbuchs von Wouter de Jong an und gibt einen Vorgeschmack auf stark stilisierte Figuren und das hohe Erzähltempo. Der Regisseur, Schauspieler, Produzent und YouTube-Star Dylan Haegens, der auch das Drehbuch mitgeschrieben hat, lässt darin Wunschträume und Realität hart aufeinanderprallen. Auch später im Film flüchtet Lev immer wieder in Tagträume, in denen der Superheld Healix ihm magische Kräfte verleiht, indem er mit einem leuchtenden Finger seine Stirn berührt. So kann der gehbehinderte Junge akrobatische Sprünge absolvieren und Mädchen an der Schule beeindrucken. Haegens setzt auf eine abwechslungsreiche Gestaltung mit Zeitlupen, Split Screen-Kompositionen und Rückblenden, die die lineare Erzählung auflockern: So macht eine zweifache Rückblende klar, dass Lev einst von Lydia dazu verleitet wurde, vom Garagendach zu springen. Neben etlichen originellen Einfällen sorgt vor allem die eigensinnige Oma, die das eintönige Familienleben mit schrägen Ideen und frechen Sprüchen aufmischt, für Humor.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Im Unterricht bietet es sich an, die Entwicklung des Außenseiters Lev zu analysieren, der zuerst unter der Bevormundung durch die Eltern und unter Mobbing in der Schule leidet, aber durch den tatkräftigen Beistand der Großmutter und die Freundschaft mit Ravi Selbstvertrauen gewinnt. Welche Rolle spielen die fantastisch überhöhten Treffen mit Healix für seinen Zuwachs an mentaler Stärke? Durch welche Fähigkeiten und Attribute wird er zeitweise zum Superhelden? Die schwerkranke Lydia gibt zu, dass sie eine "Riesenangst" vor dem Sterben hat, und ermutigt ihren Enkel, sich seinen Ängsten zu stellen: "Tu die Dinge, vor denen du dich fürchtest!" Warum kann gerade ihr Vorbild Lev helfen, die eigenen Schwächen anzunehmen und damit seine Furcht vor Ausgrenzung zu überwinden? Filme wie ANTBOY oder SUPA MODA zeigen, wie beliebt Superheldenfiguren in Kinderfilmen sind. Welche Gestaltungselemente und Motive sind typisch für Superheldenfilme und finden sich auch hier? Was haben Buchvorlage und Filmadaption gemeinsam, worin unterscheiden sie sich?

Quelle: www.visionkino.de

Dienstag, 06.10.2026, 11:00 Uhr

Ab morgen bin ich mutig

Deutschland 2025 / 83 Min.
Regie: Bernd Sahling
Darsteller*innen: Jonathan Köhn, Darius Pascu, Anna Bahners u.a.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 9 Jahren

Wenn man auf diese Weise Karls Geschichte erzählt, hört sie sich schwer nach Liebesfilm an – und das ist sie auch, denn es geht nun mal ums erste Verliebtsein, um die Sehnsucht nach einem anderen Menschen und auch um die Sorge, dass man jemandem nicht gefallen könnte und die eigenen Gefühle nicht erwidert würden. Und doch ist bei diesem "Liebesfilm" vieles anders: Es gibt keine kitschige Musik, keine rosaroten Wölkchen, auch keine magischen Tiere, die einem bei allem helfen. Karl, Lea und die anderen Kinder in ihrer Klasse sind ganz normal und tun normale Dinge. Karl hat an seinen tief liegenden Sehnsüchten zu knabbern, und das wird bei den anderen ähnlich sein. Dennoch reden sie ganz normal miteinander, beschimpfen sich nicht, es gibt kein Mobbing und keinen Shitstorm. Wobei "normal" heißt: Sie respektieren einander, behandeln sich höflich und finden, mal früher, mal später, den Mut, sich einander zu erklären. Zugleich geht es noch um mehr: Es geht um die tolle Beziehung zwischen Karl und seinem großen Bruder Tom, ums "altmodische" Fotografieren mit analoger Kamera und Papierabzügen aus dem eigenen Fotolabor, um handgemachte Musik, um selbst verfasste Gedichte und, vor allem, ums Filmemachen: darum, wie man auf die Welt blickt, seinen Blick schärft und genau hinschaut, um etwas zu verstehen und es zu charakterisieren, ohne vorschnell zu urteilen und zu kritisieren. Schau Dir einmal genau an, wie Karl dies tut: wie er sich anfangs kritisch in einer Fensterscheibe betrachtet, wie er in einen Spiegel schaut und sich genauer anzusehen beginnt, wie er die Mädchen aus seiner Klasse beim Tanzen fotografiert und wie er schließlich, zusammen mit den anderen, Menschen auf der Straße befragt und sie dabei filmt. Danach stellt er die Szenen so zusammen, dass etwas deutlich wird: auf der einen Seite, dass es Spaß macht, einen Film zu drehen, auf der anderen Seite, dass Filmbilder etwas sehr genau erzählen, festhalten und sogar erklären können.

Genau das macht diesen eher stillen, manchmal sogar leisen Film so spannend: dass er fantastisch und abenteuerlich ist, obwohl er nur vom Alltag erzählt. Und dabei zeigt, wie man sich mitseinen Gefühlen auseinandersetzen kann. Die alltäglichsten Dinge erscheinen einfach und sind doch wichtig und bekommen sogar eine poetische Qualität - und das fühlt sich fast so an, als würdest Du sanft durch Karls (Gefühls-)Leben hindurchgeweht. Klar: Besonders gespannt darfst Du darauf sein, wie die Geschichte ausgeht, vor allem, nachdem Karl, Lea und die anderen auf so schöne Art und Weise Kraft und Mut getankt haben.

Quelle: www.kinderfilmwelt.de

Mittwoch, 07.10.2026, 10:30 Uhr

Bibi Blocksberg – Das grosse Hexentreffen

Deutschland 2025 / 89 Min.
Regie: Gregor Schnitzler
Darsteller*innen: NALA, Carla Demmin, Philomena Amari u.a.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 7 Jahren

Der internationale Hexenkongress findet nur alle 13 1/3 Jahre statt und Junghexe Bibi ist endlich dabei. Doch dort ist es chaotisch, Zaubersprüche gehen schief und die hinterlistige Hexe Servera hat einen fiesen Plan: Sie fordert strengste Regeln und Internatspflicht für die Junghexen. Das weckt natürlich Widerstand bei Bibi und ihren Freundinnen Schubia und Flauipaui! Teamwork und Köpfchen sind nun gefragt, um wieder Ordnung herzustellen und Serveras Plan zu durchkreuzen.Aufstand der Junghexen Mit Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen ist die Junghexe nach über zwanzig Jahren wieder auf der Leinwand zu sehen. Die Realverfilmung dürfte vor allem Kinder im Grundschulalter und Bibi-Fans ansprechen. Neben bekannten Figuren, flotten Sprüchen, ansteckenden Sing- und Tanzszenen gibt es viel Gelegenheit zum Lachen. Dass Bibi immer gute Absichten hat, ihre Zaubersprüche aber oft missglücken, sorgt für viele lustige und skurrile Situationen. Die Junghexen sind für Kinder anregende Vorbilder: Sie lassen sich von den Erwachsenen nicht alles gefallen, sagen bestimmt ihre Meinung und stehen füreinander ein. Dass sie selbstbewusst und -bestimmt altertümlichen Erziehungsvorstellungen den Kampf ansagen und ihre Zukunft selbst gestalten wollen, imponiert Kindern. Insgesamt gibt es in der Geschichte viele Figuren und Wendepunkte, dadurch verzettelt sich die Handlung immer wieder. So manche Probleme lösen sich zu einfach wieder auf – dadurch wirkt die Geschichte teils etwas flach. Diesen Schwachpunkten zum Trotz macht Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen auf alle Fälle gute Laune – und das Plädoyer für Freundschaft, Zusammenhalt und Selbstbestimmung kann man einfach nur gutheißen.

Quelle: www.flimmo.de

Mittwoch, 07.10.2026, 11:00 Uhr

Plitsch Platsch forever!

Schweiz 2026 / 87 Min.
Regie: Natascha Beller
Darsteller*innen: Neah Hefti, Alva Maurer, Zazie Mawete u.a.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 7 Jahren

Inhalt
Sobald es warm ist, verbringen Pola und ihre allerbeste Freundin Polly jede freie Minute im lokalen Freibad. Pollys Mütter betreiben dort das Bistro und so ist das "Plitsch Platsch" für die beiden längst zu einem zweiten Zuhause geworden. Doch dann soll das Schwimmbad für immer schließen und Pola erfährt in letzter Minute, dass Polly mit ihrer Familie nach Toronto umziehen wird. Um Polly wieder zurückzuholen, will Pola das "Plitsch Platsch" retten. Dafür braucht sie die Hilfe der anderen Kinder im Ort und lernt so Rosalie kennen. Gemeinsam entwickeln sie die Idee, das Schwimmbad in ein Öko-Bad zu verwandeln, um Kosten einzusparen und holen dafür die Stadtpräsidentin mit ins Boot. Die Kinder starten eine Unterschriftensammlung. Trotz Streit und Rückschlägen schaffen sie es am Ende zusammen, das Schwimmbad zu retten.

Umsetzung
Polas Weg zeigt eine mutige Hauptfigur, die über sich hinauswächst, als sie plötzlich ohne ihre allerbeste Freundin bestehen muss und sich dann einer größeren Gemeinschaft öffnet. Die Kinder im Film sprechen verschiedene Sprachen, wie Polnisch oder Französisch, und Polly zieht nach Toronto. So wird Rotwil zum Symbol für eine kleine Stadt in einer großen, vernetzten Welt. Aber auch für eine heile Welt, in der Freundschaft und Zusammenhalt, auch generationenübergreifend, im Mittelpunkt stehen. Das mitreißende Sommerferienabenteuer macht bewusst, wie leicht wir Demokratie als Selbstverständlichkeit betrachten und vergessen, sie zu nutzen – obwohl sie ein Werkzeug ist, auch für Kinder. PLITSCH PLATSCH FOREVER! ist dabei ein starkes Plädoyer dafür, die Stimmen von Kindern ernst zu nehmen, sie einzubeziehen und sieniemals zu unterschätzen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für den Unterricht. Durch filmische Gestaltungsmittel entstehen humorvolle Momente, die Emotionen anschaulich und zugänglich vermitteln. Ein überraschender Reißschwenk, nachdem Pola sagt "Ich gehe nie mehr nach draußen", bevor sie im nächsten Moment bereits vor der Haustür steht, oder die Zeitraffersequenz der Abschiedsfeier, die die Gefühle in der langen letzten gemeinsamen Nacht mit Polly spürbar macht, eröffnen Möglichkeiten zur Analyse dieser Gestaltungsmittel. Schüler*innen können dabei Figuren, Mimik, Gestik und Raumwirkung beobachten sowie Perspektiven, Szenenaufbau und Kameratechniken wie den Schuss-Gegenschuss nachvollziehen. Inhaltlich bietet der Film Anlässe, über Demokratie und Mitbestimmung zu sprechen sowie Ursache-Wirkung- Zusammenhänge im Handlungsverlauf zu erkennen.

Quelle: www.visionkino.de

Donnerstag, 08.10.2026, 10:30 Uhr

Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus

Deutschland, Thailand 2026 / 78 Min.
Regie: Dirk Hampel
Stimmen: Emia Börner, Matilda Bogdanis, Michael Grimm u.a.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 5 Jahren

Connis Eltern sind für zwei Tage weggefahren, deshalb passt Opa Willi auf Conni und ihre beiden Freunde, Anna und Simon, auf. Er kocht Spaghetti und ist für einigen Quatsch zu haben. Als ein verletzter Kranich im Garten auftaucht, erlaubt er den Kindern, sich um den Vogel zu kümmern, damit sich dieser für die Weiterreise in den Süden erholen kann. Eine Tierschützerin hilft ihnen bei der Pflege des Vogels, während der griesgrämige Nachbar den Kranich unbedingt aus der Gegend jagen will. Auch Kater Mau ist nicht erfreut über den Gast, der die Leckerli aus Connis Hand genauso gerne mag wie er. Nicht alles an der Geschichte ist nachvollziehbar, besonders am Ende tauchen plötzlich viele Hindernisse vor dem Ziel der Kinder auf, die etwas künstlich wirken und sich dann schnell auflösen. Wenn du schon oft im Kino warst, kommt dir das vielleicht etwas seltsam vor. Der Film richtet sich bewusst an Kinder, die zum ersten oder zweiten Mal im Kino und noch nicht an die großen Leinwand-Bilder und an die Spannung gewöhnt sind.

Das kannst du zum Beispiel auch an den Filmbildern erkennen: Sie sind stark vereinfacht und erinnern an Bilderbücher, die die Alltagswelt von Kindern mit einfachen Strichen zeichnen und flächig ausmalen. Deshalb wirst du in den Gesichtern der Figuren auch nur wenige Regungen entdecken, was manchmal etwas unecht wirkt.

Toll sind die Nebenfiguren des Films, vor allem Anna und Simon: Conni ist zwar mutig und hat viele gute Ideen, aber manchmal ist sie auch ziemlich rechthaberisch und rücksichtslos. Das macht Anna so wütend, dass sie droht, nicht mehr mitzumachen und nach Hause zu gehen. Sie erklärt Conni ehrlich, wie traurig das Verhalten sie macht, woraufhin Conni überlegen kann, was ihr wichtig ist: der eigene Tatendrang oder die Freundschaft zu Anna. Simon schließt man schnell ins Herz, weil er lustige Bemerkungen macht und die Geschichte damit auflockert. Als Zuschauerin oder Zuschauer lernst du mit Conni, dass nicht nur eine gute Idee etwas Tolles ist, sondern das gemeinsame Erleben und Zusammenarbeiten. Außerdem erfährst du im Film einiges über Zugvögel und das Thema Tierpflege.

Quelle: www.kinderfilmwelt.de

Donnerstag, 08.10.2026, 11:00 Uhr

Die Schule der magischen Tiere 4

Deutschland 2025 / 102 Min.
Regie: Bernhard Jasper, Maggie Peren
Darsteller*innen: Emilia Maier, Loris, Sichrovskry, Luis Vorbach u.a.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 8 Jahren

In der Fortsetzung der Spielfilmreihe DIE SCHULE DER MAGISCHEN TIERE 4 geht es um eine Klasse an der Wintersteinschule, wo die Schüler*innen Tiere als Gefährten bekommen, die sprechen können und ihnen immer beistehen. Als ihre Schule droht, geschlossen zu werden, da sie nicht genug Anmeldungen für das neue Schuljahr hat, geben die Kinder alles, um die anstehende Schulchallenge zu gewinnen, um Werbung für neue Anmeldungen zu machen. Denn für sie steht ihre magische Gemeinschaft auf dem Spiel. Währenddessen wird Ida von ihrer alten Freundin Miriam besucht, die in dieser Zeit auf die Wintersteinschule gewechselt hat. Miriams ehemalige Schule tritt auch bei der Schulchallenge an und setzt Miriam unter Druck. Auf welcher Seite steht Miriam?

Der Film spricht mehrere wichtige Themen an, unter anderem Mobbing, das ein wichtiger Aspekt für die Charakter-Entwicklung von Miriam im Film ist. Der Film bringt auch Liebe auf die große Leinwand, für gleich mehrere Figuren. Nicht nur führt er die Beziehung zwischen Ida und Jo weiter, sondern er zeigt auch das erste Verlieben, mit den Figuren Max und Leonie, die beide ineinander verliebt sind, aber zu schüchtern sind, es gegenseitig zu sagen. Die Schauspieler haben eine solide Performance gegeben. Man merkt beim Zuschauen nicht, dass die Schauspieler bei den Dreharbeiten nicht mit echten Tieren sprechen. Dazu fanden wir, dass die Tiere mit gutem CGI visualisiert wurden. Außerdem fanden wir, dass die Lieder die Emotionen gut transportiert haben.

Wir empfehlen den Film mit 4 Sternen von 6 bis 15 Jahren, auch wenn für jüngere Zuschauer das Thema Liebe befremdlich wirken kann.

(BJF Jugendfilmjury)

Freitag, 09.10.2026, 10:30 Uhr

Die Schatzsuche Im Blaumeisental

Frankreich, Belgien 2025 / 77 Min.
Regie: Antoine Lanciaux
Animation FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 6 Jahren

Früher lebte Lucies Mutter mit ihren Eltern in der alten Mühle. Doch dann wurde diese bei einem Brand zerstört – und Lucies Großvater verschwand kurz danach. Noch immer lasten die Erinnerungen schwer auf Lucies Mutter. Je mehr Lucie über die Geschichte der Burgruine erfährt, die während des Zweiten Weltkriegs ebenfalls niedergebrannt wurde, desto mehr Verbindungen tun sich zu ihrer eigenen Familiengeschichte auf.

Keine Sorge: Alleine ist Lucie im Laufe ihres Abenteuers nie! Unterstützt wird sie schon bald von dem etwas älteren Yann. Außerdem sind stets allerlei Tiere um sie herum, von einer frechen Gans über den treuen flauschigen Hund des Kollegen von Lucies Mutter bis hin zu zwei Blaumeisen und eben dem kleinen Dachs, den Lucie schließlich zu einem alten Mann bringt, den alle nur "Der Zauberer" nennen und der allein in einem alten Wohnwagen im Wald lebt.

Es ist eine großartige Welt, die dieser Trickfilm eröffnet. Überall gibt es etwas zu entdecken: Unterschiedlichste Tiere streifen durch die Natur und über allem liegt die wunderbar-warme Stimmung eines tollen Sommers. Besondere daran ist vor allem, wie der Film gemacht wurde. Denn alles, was du siehst, wurde mit Hand ausgeschnitten, zusammengesetzt und dann animiert – man nennt dies auch Legetrick. Aus diesen unzähligen Ausschnitten ist dieser schöne Film entstanden, in dem es um ganz unterschiedliche Schätze aus der Vergangenheit geht. Nur Schätze aus Gold gibt es hier nicht. Was Lucie findet, ist viel mehr wert.

Quelle: www.kinderfilmwelt.de

Freitag, 09.10.2026, 11:00 Uhr

Hola Frida

Frankreich, Kanada 2024 / 86 Min.
Regie: André Kadi, Karine Vézina
Animation
FSK: ab 6 Jahren
Empfohlen ab 9 Jahren


Inhalt

Als die erwachsene – und schon berühmte – Künstlerin Frida Kahlo ihr altes Tagebuch findet, erinnert sie sich an ihre Kindheit zurück: an die Einkäufe auf dem Markt, ihren Traum, Ärztin zu werden, aber auch die Hänseleien auf dem Schulhof und die langen Monate im Krankenzimmer. An Kinderlähmung erkrankt, verbringt Frida viel Zeit allein und erschafft sich eine imaginäre Freundin, die ihr Kraft gibt, gegen den Tod anzukämpfen – was in poetischen Bildern auf der Leinwand erzählt wird. Mit Hilfe ihres Vaters, einem Fotografen, findet Frida in dieser Zeit auch den Weg in die Malerei, zunächst um sich zu beschäftigen, aber auch, um die vielen Bilder in ihrem Kopf und von sich selbst festzuhalten. Sie hilft ihm, Schwarzweiß-Fotografien zu kolorieren, und entdeckt dabei, dass die Welt in bunt sehr viel schöner ist. Später erweitert sie die abfotografierte Realität um Blumen und farbenfrohe Dekorationen – so wie sie auch ihr Spiegelbild in immer neuen Variationen malt und ihre einzigartige Kunstform entwickelt.

Umsetzung
Der Animationsfilm zeichnet den Werdegang der mexikanischen Künstlerin nach und konzentriert sich dabei auf ihre Kindheit, in der Familie und Freund*innen sowie ein Straßenhund eine große Rolle spielen. Neben Stationen in ihrem frühen Leben erfindet er auch fiktive Situationen und vermittelt nebenbei kulturelles Wissen, etwa wenn die Mutter ihren Kindern von den Zapoteken erzählt, die Familie den Dia de los Muertos feiert oder die Totenschädel-Dame in Fridas Vorstellung auftaucht. Die flächig gemalten Bilder sind meist knallig bunt, aber in bestimmten Situationen gedeckter oder schwarzweiß, die Figuren mit runden Köpfen und großen Augen freundlich gestaltet, die Wahrnehmungs- und Gedankenwelt von Frida voller Blumen, leuchtender Pflanzen und niedlicher Tiere. Die Fröhlichkeit dieser Bilder steht im Kontrast du den düsteren Momenten in Fridas Leben, die der Film nicht ausspart, aber durch die farbenfrohe Fantasie des Mädchens erträglich macht. In diesen Szenen integriert der Film auch einige von Frida Kahlos ikonischen Bildern, wie "Las dos Fridas" (1939), und macht ihre Sicht auf die Welt für Kinder verstehbar.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
HOLA FRIDA ist ein guter Einstieg in die Biografie und Bildwelt der Künstlerin Frida Kahlo. Dabei kann der Animationsfilm auch mit Kinderbüchern über Frida Kahlo verglichen und diskutiert werden, warum der Film erfundene Elemente wie Straßenhund Chiquita oder die Geschichte um Rafael, den fiesen Klassenkameraden, einbaut. Standbilder aus dem Film bieten sich an, um über seinen Stil zu sprechen: Warum sind manche Szenen farbdramaturgisch anders gestaltet? Welche Bedeutung haben die Pflanzen, wenn sie sich durch ein Leuchten vom Rest des Bildes abheben? Die Variationen der Zeichnungen Fridas lassen sich darüber hinaus mit den Originalbildern der Künstlerin vergleichen. Lernprodukt können eigene Zeichnungen oder Gemälde sein: z. B. können Schwarzweiß-Portraits im Stil von Fridas bunten Verschönerungen mit deckenden Farben verziert oder als Collage gestaltet werden. Im Spanischunterricht lassen sich die im Film vermittelten landeskundlichen Aspekte wiederholen und durch Rechercheaufträge vertiefen.

Quelle: www.visionkino.de

Montag, 12.10.2026 - 10:30 Uhr

Die drei??? - Toteninsel

Deutschland 2026 / 104 Min.
Regie: Tim Dünschede
Darsteller*innen: Julius Weckauf, Nevio Wendt, Momo Beier u.a.
FSK: ab 6 Jahren
Empfohlen ab 9 Jahren

"Ihr müsst das Rätsel der Sphinx lösen!", raunt eine raue Stimme, und auch wenn die Freunde zunächst zögern: Diese Aufgabe können sie sich nicht entgehen lassen! Und so stecken sie schon bald im bislang größten und gefährlichsten Fall ihrer Karriere. Dank der Hackerin Jelena finden sie heraus, dass die "Sphinx" ein Geheimbund ist, der unerlaubte Ausgrabungen durchführt. Jelena ist querschnittsgelähmt, sitzt im Rollstuhl, und anfangs ist der superkluge Justus sogar eifersüchtig auf ihre Hacker-Fähigkeiten. Doch nur zu sehr brauchen die Detektive Hilfe, weil der Fall immer größer wird. Schließlich gelangen sie auf getrennten Wegen auf die Insel Makatao im Südpazifik, wo die "Sphinx" nach einem Schatz in einer mythischen Grabstätte sucht, und das, obwohl ein Vulkanausbruch bevorsteht. Um ihre Pläne zu durchkreuzen und vor allem, um einen reichen Drahtzieher im Hintergrund zu entlarven, müssen Justus, Peter und Bob all ihre Talente abrufen. Im Sekundentakt jagt eine Gefahr die nächste, und mit jeder neuen Erkenntnis müssen sie neu improvisieren.

Man müsste schon selbst ein Buch schreiben, um das verästelte Abenteuer genauer nachzuerzählen. Bereits die Romanvorlage, die als Jubiläumsfolge 100 der "Drei Fragezeichen" erschien, brauchte dafür gleich drei Bände. Die vielen Ereignisse, Personen und Schauplätze lassen sich kaum in einem einzigen Film unterbringen, der entsprechend oft ziemlich hektisch und atemlos daherkommt. Früher hätte man ihm das altmodische Wort "Räuberpistole" verpasst, erzählt er doch ein übertriebenes, ja unglaubwürdiges Abenteuer. Doch das tut er durchaus mit Absicht, denn genau das ist es ja, was Fans von ihrenFragezeichen erwarten!

Rasant und mit recht "großen" Kinobildern entwickelt sich der Fall der Toteninsel, der besonders wegen der drei Hauptdarsteller Spaß macht. Vielleicht sind sie schon ein wenig zu alt für ihre Rollen, aber den Zusammenhalt und die Freundschaft der drei Fragezeichen bringen sie souverän zum Ausdruck. Wenn man dazu etwas behutsam anzumerken hätte, dann, dass sie sich häufiger noch als in den beiden früheren Fragezeichen-Filmen etwas zu cool, zu ernst und zu erwachsen geben: Egal, wie groß die Herausforderungen auch sind, die Jungs schauen und reden so, als könnte sie nichts auf der Welt überraschen. Dabei ist doch diese Welt eigentlich ein Ort voller Rätsel und Geheimnisse, über die man durchaus ein bisschen mehr staunen und nachdenken könnte.

Quelle: www.kinderfilmwelt.de

Montag, 12.10.2025, 11:00 Uhr

I accidentally a wrote a book – Der Sommer, als (m)ich meine Geschichte fand

Ungarn, Niederlande 2024 / 95 Min.
Regie: Nóra Lakos
Darsteller*innen: Villő Demeter, László Mátray, Kati Zsurzs u.a.
FSK: ab 6 Jahren
Empfohlen ab 10 Jahren

Inhalt
Nina ist 12 Jahre alt und lebt mit ihrem Vater und ihrem kleinen Bruder in Ungarn. Ihre Mutter ist vor acht Jahren verstorben. Nina träumt davon, Geschichten zu schreiben. Dabei erhält sie von ihrer Nachbarin, die Schriftstellerin ist, liebevolle Unterstützung. Sie wird Ninas Mentorin und die beiden freunden sich an. Durch das Schreiben kommt Nina ihrer inneren Welt und ihren Gefühlen näher und lernt, sich in Geschichten auszudrücken. So findet sie ihre eigene innere Stimme. Beim Schreiben verarbeitet Nina die täglichen Herausforderungen und ständigen Veränderungen beim Erwachsenwerden: die erste Liebe, Freundschaften, Spannungen in der Familie. Als ihr Vater eine neue Freundin hat und die Beziehung ernster wird, kommt es zu einem Konflikt. Nina wird klar, wie sehr sie ihre Mutter vermisst und wie wenig sie von ihr weiß – und möchte herausfinden, wer und wie ihre Mutter war. Realität begegnet Fantasie, Erinnerungen und Wünsche verbinden sich zu Geschichten. Das Schreiben wird Ninas Weg, ihren Verlust und ihre Trauer kreativ zu bewältigen.

Umsetzung
Aus der Perspektive der 12jährigen Nina erzählt, lernen wir sie durch ihre Erlebnisse und Beziehungen im Alltag kennen. Es gelingt Regisseurin Nóra Lakos sehr gut, die reiche und bunte Innenwelt Ninas sichtbar zu machen und Themen mit psychologischer Präzision und Sensibilität darzustellen. In einigen Einstellungen spricht Nina direkt in die Kamera, was große Nähe vermittelt. Hervorzuheben sind die lebendigen und vielfältigen Animationen, die oft völlig überraschend durch das Bild gleiten oder aufpoppen. Sie geben dem Film eine leichte und zugängliche Note. Diese vielschichtige und anregende Bildsprache fügt dem Film eine weitere Ebene hinzu. Erinnerungen, Träume, Realität verbinden sich auf spielerische und rhythmische Weise. Es ist faszinierend zu sehen, wie Nina ihre Konflikte bewältigt, sich selbst konfrontiert und über die Dauer des Films daran wächst. Villő Demeter, die Nina spielt, ist in ihrer Rolle sehr überzeugend.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film gibt viele praktische und leicht umsetzbare Hinweise, wie Schüler*innen selbst ins kreative Schreiben kommen können, z. B. beim Journaling/Tagebuchschreiben, um autobiografische Erlebnisse festzuhalten, Gefühle auszudrücken und Geschichten zu erfinden. Ninas Mentorin gibt zudem wertvolle Tipps zum Schreibhandwerk, u. a. wie man das eigene Thema findet und lebendig erzählt ("show, don't tell"). Der Film zeigt kreative Wege, um mit Krisen beim Erwachsenwerden, Verlust und Trauer umzugehen. Auch der Vergleich von Buch und Film ist möglich. Wie wurde die literarische Vorlage in (Film-)Bilder umgesetzt? Eine weitere Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit der filmischen Gestaltung geben die ansprechenden Animationen, die Ninas Innenwelt visualisieren – die Schüler*innen könnten z. B. herausarbeiten, welche Funktion die Animationen erfüllen oder welche Wirkung sie auf die Zuschauer*innen haben.

Quelle: www.visionkino.de

Dienstag, 13.10.2026, 10:30 Uhr

Pumuckl und das grosse Missverständnis

Deutschland 2025 / 97 Min.
Regie: Marcus H. Rosenmüller
Darsteller*innen: Maximilian Schafroth (Stimme Pumuckl), Florian Brückner, Gisela Schneeberger u.a.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 6 Jahren

Inhalt
Der Pumuckl darf mit Meister Eder zu einem Ausflug auf's Land aufbrechen, denn die ehemalige Chefin von Meister Eder hat ihn beauftragt, das alte Maikarussell zu renovieren. Und weil Pumuckl sich riesig darauf freut, mit dem "Karuschnell" um den Maibaum herumzufliegen, willigt er zähneknirschend ein, sich die Zeit im Dorf allein zu vertreiben: auf den Maibaum aufpassen, sich unter den Tieren auf dem Hof behaupten, Kinder und eine jugendliche Maibaumklau-Bande beobachten. Als Pumuckl aber mithört, wie Eder darüber nachdenkt, zu bleiben und die Schreinerei im Dorf zu übernehmen, kommt es zu großen Missverständnissen. Pumuckl fährt auf eigene Faust zurück nach München, wo er sich einen neuen Meister sucht und im Nationaltheater bei einem kauzigen Dirigenten landet. Die Freundschaft zwischen Schreinermeister Eder und Kobold wird auf eine harte Probe gestellt wird: Florian Eder wird mit seiner Jugend im Dorf und dem verführerischen Gedanken konfrontiert, eine größere Schreinerei zu übernehmen, kommt aber zum Schluss, dass er nach München und zum Pumuckl gehört. Auch dieser muss sein Leben überdenken: Was, wenn Eder wirklich im Dorf bleibt? Muss er dann mit, oder kann er sich einfach eine neue Bleibe, eine andere Bezugsperson suchen?

Umsetzung
Der Kinofilm steckt voller Liebe für seinen Stoff, die Figuren und Geschichten, in denen sich der Kobold ein Bild von unserer Welt macht und das Kinderpublikum mit auf Entdeckungsreise nimmt. Dabei verweist der Film immer wieder auf die Zeit, als die ersten "Pumuckl"-Folgen (ab 1982) über die Bildschirme liefen, etwa, wenn Meister Eder dem Kobold erklärt, wie ein Auto funktioniert oder bekannte Sätze wiederholt, denn "was sich reimt, ist gut". Die meisten Figuren sprechen Bairisch oder andere Dialekte; insgesamt ist der Film divers besetzt und weist damit auf eine vielfältige Gesellschaft, in der sich alle verstehen – auch wenn sie nicht immer jedes Wort erfassen. Der Film ist episodisch erzählt, was ihn für das jüngste Publikum zugänglich und es möglich macht, ihn im Unterricht auf mehrere Sichtungen aufzuteilen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Pumuckl ist bekannt für seine Reime und Wortspielereien, was sich im Unterricht aufgreifen lässt: Haben sich die Kinder Reime und seltsame Ausdrücke des Wortkünstlers gemerkt? Welche Wörter oder Wortkonstruktionen verstehen sie nicht, welche Reime von Pumuckl kennen sie noch oder können sie eigene formulieren? Außerdem eignet sich der Film, der Stadt- und Landleben miteinander vergleicht, über die Lebensräume Stadt/Land sowie über Heimat und Zuhause zu sprechen. Im Musikunterricht kann klassische und volkstümliche Musik einander gegenübergestellt werden. Welche musikalischen Motive wiederholen sich, welche Stimmungen nehmen die Kinder bei den verschiedenen Musikstücken und Instrumenten wahr? Darüber hinaus wird auch viel Musik im Bild gezeigt: die Blaskapelle im Dorf, das Orchester in der Oper, Meister Eder als Laiensänger auf der Bühne. Es kann besprochen werden, welche Rolle Musik und Liedtexte bei der Versöhnung zwischen Eder und Pumuckl spielen und was den Ort der Oper so besonders macht, dass die Figuren oft ergriffen darauf reagieren. Ein weiterer Zugang bietet die Kombination von Real- und Animationsfilm. Was unterscheidet Pumuckl von anderen Zeichentrickfiguren, die nur in einer Zeichentrickwelt leben? Wie verändert sich die Wirkung, wenn er auf reale Schauspieler*innen trifft? Wirkt Pumuckl "echter"? Die Kinder können eine eigene Geschichte über einen unsichtbare*n Freund*in erfinden und diese erzählen.

Quelle: www.visionkino.de

Dienstag, 13.10.2026, 11:00 Uhr

Das geheime Stockwerk

Deutschland, Österreich, Luxemburg 2025 / 96 Min.
Regie: Norbert Lechner
Darsteller*innen: Silas John, Annika Benzin, Maximilian Reinwald u.a.
FSK: ab 6 Jahren
Empfohlen ab 9 Jahren

Inhalt
Der 12-jährige Karli zieht mit seinen Eltern in die Alpen. Dort möchten seine Eltern ein altes Hotel renovieren und neu eröffnen. Karli ist vom Umzug nicht begeistert und hilft nur widerwillig mit. Eines Tages entdeckt er, dass der alte Aufzug des Hotels eine Zeitreisemaschine ist. Mit ihr landet Karli im Hotel im Jahr 1938. Neugierig betritt er die ihm fremde Welt und freundet sich dort mit dem jüdischen Mädchen Hannah und dem Schuhputzer Georg an. Außerdem lernt er den Pianisten Bruno kennen. Im Hotel scheint jemand Geld zu stehlen. Georg wird beschuldigt und Hannah sowie Karli setzen alles daran, den wahren Dieb zu finden. Dabei bemerken sie, dass im Hotel geheimnisvolle Dinge vor sich gehen. Karli erkennt außerdem, dass Hannah und ihr Vater – vor allem von der Nazifamilie Hartwig – angegriffen werden. Er beginnt, in seiner Zeit über den Nationalsozialismus zu recherchieren und sorgt sich, dass ihnen etwas Schlimmes passieren könnte.

Umsetzung
Der Film erzählt kindgerecht von verschiedenen Aspekten des Antisemitismus im Nationalsozialismus. Auch Themen wie Fluchthilfe und Widerstand werden behutsam vermittelt, indem sie als Rätsel präsentiert werden, die die Kinder im Film nach und nach entschlüsseln. So entsteht eine Form der Wissensvermittlung, die junge Zuschauer*innen nicht überfordert, sondern ihnen – ähnlich wie bei einem eigenen Forschungsauftrag – historische Zusammenhänge schrittweise eröffnet. Besonders interessant ist die Verbindung mit Elementen des Kriminal- und Detektivfilms, die für Spannung sorgen: rasche Schnitte, auffallende Musik und ein authentisch wie aufwändig gestaltetes historisches Setting. Die Zeitreise, die Karli unternimmt, wird so auch für das Publikum zu einer Reise in die Vergangenheit, unterstützt durch die angepasste Sprache und Kostüme. Im Vordergrund stehen die Kinder; sie agieren selbstständig und selbstbewusst.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Im Schulunterricht kann der Film als Anlass zu eigenen Rechercheaufgaben über den Nationalsozialismus genutzt werden. Zu untersuchende Aspekte könnten sein: Antisemitismus, antijüdische Gesetze, Denunziationen, systematische Verfolgung verschiedener Menschengruppen, sowie Flucht und Fluchthilfe. Filmästhetisch interessant sind das historische Setting und die spannende Inszenierung einzelner Szenen, in denen die Kinder rätseln und forschen. Auch die Figurenentwicklung, etwa bei Karli und Georg, bietet Ansatzpunkte für eine Analyse der Narration. Schüler*innen könnten untersuchen, wie mit Musik, Kamera und Schnitten Spannung erzeugt wird. Wichtig ist ein begleitender Dialog, um zu verdeutlichen, dass das Hotel im Film als Ort der Fluchthilfe eine Ausnahme darstellt. Ebenso erfordert die karikaturistische Darstellung der Nazifamilie eine begleitende Erklärung, um zu betonen, dass der Großteil der deutschen Bevölkerung partizipierte – und nicht nur einzelne Personen.

Quelle: www.visionkino.de

Mittwoch, 14.10.2026, 10:30 Uhr

Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde

Deutschland 2025 / 97 Min.
Regie: Antonia Simm
Darsteller*innen: Tobi Krell, Marina Blanke, Theodor Latta u.a.
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 7 Jahren

Inhalt
Die beiden Checker, Tobi und Marina, misten Tobis Keller aus und finden eine alte Videokassette mit der Aufnahme einer Checker-Sendung aus Tobis Kindertagen. Dumm nur, dass das Band plötzlich abbricht und sich Tobi nicht mehr auf die Antwort seiner allerersten Checker-Frage erinnert: "Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich?". Deshalb – und auch, um sich zu beweisen, dass er noch ein richtiger Abenteurer und kein langweiliger Erwachsener ist – begibt sich Tobi auf eine Reise nach Madagaskar, Norwegen und Mexiko, um das Element Erde zu erforschen. Er spricht mit Fachleuten und lernt von ihnen, welche Tiere und Pflanzen dem Boden guttun, wie viel Leben in Steinen steckt, warum der Saatgut-Tresor in Spitzbergen als "der wichtigste Ort der Erde" gehandelt wird, wie sich klimatische Veränderungen auf den Permafrostboden am Nordpol auswirken und wie die Maya in Mittelamerika seit jeher in Einklang mit der ‚Mutter Erde', die sie ernährt, leben.

Umsetzung
Wie schon die Vorgänger verbindet der dritte Kinofilm Spielfilmelemente mit dokumentarischen Inhalten und integriert ganz unterschiedliche mediale Gattungen wie das Computerspiel oder Knetanimation, die zur Erklärung von Naturphänomenen eingesetzt werden. Die Spielfilmhandlung lässt Tobi wieder im Schnitzeljagd-Prinzip auf Reisen gehen, sich aber auch mit sich selbst und seinen Kindheitsträumen auseinandersetzen. Dabei spricht er immer wieder mit seinem achtjährigen Alter Ego, das als imaginierte Figur, gespielt von einem Kind, neben Tobi auftaucht und dem Film eine weitere Fiktionsebene hinzufügt. Die dokumentarischen Anteile überwiegen und sind mit den drei Stationen der Reise episodisch angelegt. Neben der Vermittlung von Sachinhalten, den Informationen zum Thema ‚Boden und Erdreich', präsentiert der Film Berufsbilder wie Biologin oder Archäologe, lässt das Publikum Lebenswelten an anderen Orten der Welt kennenlernen und zeigt Kindern durch mehrere Naturschutzprojekte Möglichkeiten des Engagements auf.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Im Unterricht bieten sich die Sachthemen zur Nachbereitung an. Die Schüler*innen können sich auch die fiktive Geschichte um Tobi und seine Entwicklung hin zu Checker Tobi erarbeiten, dabei sprechen sie auch über Medien im Wandelt der Zeit. In der Auseinandersetzung mit Tobis Kindheitsvideo gehen sie auf die Einstellungsgrößen ein, sprechen über ihre Wirkung und drehen ein eigenes Video, in denen mindestens zwei Einstellungsgrößen verwendet werden. Ältere Kinder identifizieren wiederkehrende Motive (Zeit, "Kacke", Computerspiel-Inhalte) oder die verschiedenen Gattungen innerhalb des Films (Computerspiel, Animation, Spiel-/Dokumentarfilm), beschreiben ihre filmische Gestaltung (z. B. die jeweils kontrapunktisch verwendete Filmmusik) und sprechen über ihre Funktionen für den Film. Sie greifen Tobis Gedanken über das Älter- und Erwachsenwerden auf und verfassen einen Brief an ihr erwachsenes Ich, in dem sie es an ihre jetzigen Wünsche oder Pläne zu erinnern. CHECKER TOBI 3 bietet sich auch als Einstieg in eigene Baumpflanzaktionen oder Naturschutzprojekte an. Dabei können die Kinder überlegen, welche Form von Teilhabe sie sich wünschen und umsetzen können und einen Projektplan erstellen.

Quelle: www.visionkino.de

Mittwoch, 14.10.2026 - 11:00 Uhr

Momo

Deutschland 2025 / 91 Min.
Regie: Christian Ditter
Darsteller*innen: Alexa Goodall, Laura Haddock, Claes Bang u.a.
FSK: ab 6 Jahren
Empfohlen ab 9 Jahren

Inhalt
Das Waisenmädchen Momo lebt allein in den Ruinen eines verlassenen Amphitheaters. Ihr einziger Kontakt ist der Straßenkehrer Beppo, bis sie sich mit dem gleichaltrigen Gino anfreundet und dadurch weitere Menschen kennenlernt. Weil Momo eine sehr gute Zuhörerin ist, kommt die Anwohner*innenschaft bald immer häufiger im alten Theater zusammen. Derweil wirbt der mächtige Konzern "Grey Corporation" mit der Idee, durch effizientes Handeln gesparte Zeit auf einem Konto zu sparen, um später frei darüber zu verfügen. Tatsächlich wollen die "Grauen" die Zeit aber stehlen. Wie die meisten Menschen fallen auch Ginound dessen Mutter auf die List herein. Nur Momo erkennt den Betrug und soll deshalb beseitigt werden. Mit Hilfe der magischen Schildkröte Kassiopeia flieht sie zu Meister Hora, der die Zeit für eine Stunde anhält – eine letzte Chance, die Grauen zu besiegen.

Umsetzung
Als modernes Märchen, das von der sinnvollen Nutzung der Zeit handelt, ist Michael Endes hintergründiger Kinderbuchklassiker "Momo" von 1973 bis heute aktuell. Fast vierzig Jahre nach der beliebten Realfilmadaption von Johannes Schaaf (BRD/Italien 1986) – die animierten Versionen von 2001 und 2003 fanden wenig Anklang – legt Autor und Regisseur Christian Ditter eine Neuauflage des Stoffs vor. Sein international besetzter und auf Englisch gedrehter Realfilm folgt in den Grundzügen dem Original, was schon die zu Beginn eingeführte Erzählerstimme verheißt. Darüber hinaus modernisiert Ditter die Geschichte mit Verweisen auf neue Technologien, die auf die heutige Lebenswelt referieren. Der Ansatz erzeugt gelungene Einzelmomente, denen allerdings eine überhastete Erzählweise entgegensteht. Im Kern lohnt die Neuversion dennoch.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
MOMO inspiriert dazu, das allgegenwärtige Phänomen der Zeit zu besprechen. In der von den Grauen ausgerufenen "Ära der Zeiteffizienz" klingt das Thema Zeitmanagement an, das mit Selbstoptimierung einhergeht; im Film erweist sich die zwischen Beruf und Familie aufgeriebene Liliana als prototypische Kundin des Zeitsparkonzerns. Welche Nutzung der Zeit finden die Schüler*innen sinnvoll, welche weniger – und warum? Wie interpretieren sie die Botschaft, die in der Dialogzeile "Wir haben nur jetzt" steckt? Ditter greift das Leitmotiv auch audiovisuell auf: Zum Auftakt hören wir eine Uhr ticken, im Anschluss sehen wir ein stehengebliebenes Bild, später läuft die Zeit rückwärts ab. Davon ausgehend kann eine Analyse aufzeigen, mit welchen Mitteln Filme Zeit inszenieren, dehnen oder raffen. Nicht zuletzt schärft ein Vergleich mit der Buchvorlage und/oder der Adaption von 1986 den Blick für die Ausgestaltung von Geschichten. Dabei können die Modernisierungen der aktuellen Fassung – darunter das neue Design der Grauen – in den Fokus rücken.

Quelle: www.visionkino.de

Donnerstag, 15.10.2026, 10:30 Uhr

Mitmachkino für Kindergärten und Erstklässlerinnen und Erstklässler

Tommy Tom – Der verschwundene Teddybär

Niederlande 2024 / 66 Min.
Regie: Joost Van Den Bosch, Erik Verkerk
Animation
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 4 Jahren

Die Suche führt Tommy Tom und seine Freundin Mauzi Maus zunächst durch ein Haus. Immer wieder lassen sich die Katzen aber ablenken und spielen mit Kleidern oder rutschen eine Treppe herunter. Da ist es wichtig, dass der Erzähler im Film Tommy Tom immer wieder daran erinnert, das er doch noch seinen Teddybären finden muss, damit er später gut einschlafen kann. Und auch ihr könnt helfen und müsst nicht still im Kinosessel sitzen. Wenn Tommy Tom beispielsweise etwas nicht direkt sieht oder findet, könnt ihr ihm Tipps zurufen. Das wird vor allem später wichtig, wenn der Kater in einem großen Garten landet oder sich später sogar in einem unheimlichen Wald traut. Aber keine Sorge: Tommy Tom trifft auf seinem Abenteuer immer wieder nette Tiere wie ein Kaninchen, Schafe und Eichhörnchen, die ihm helfen, seinen Teddybären endlich zu finden. Und zwischendrin wird sogar noch etwas gesungen. Da könnt ihr natürlich auch mitmachen.

Das Schöne an dem Tommy Tom-Film ist, dass du der Geschichte immer schnell folgen kannst. Ein Erzähler erklärt genau, was gerade passiert und du bekommst Zeit, um in den gezeichneten Bildern Hinweise auf den verlorenen Teddy zu finden. Du musst dir also keine Sorgen machen, dass du etwas verpasst. Außerdem kannst du dich ruhig trauen, während der Kinovorstellung zu reden und Tommy Tom Dinge zuzurufen. Du wirst das garantiert nicht alleine machen. So etwas nennt man nämlich Mitmach-Kino. Und wenn du bis zum Abspann sitzen bleibst, bekommst du sogar noch ein paar echte Tommy Toms und Mauzi Maus' zu sehen.

Quelle: www.kinderfilmwelt.de

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