43. KINDERFILMTAGE im Ruhrgebiet
04. Oktober - 01. November 2026
ESSEN - MÜLHEIM - OBERHAUSEN

05. Oktober 2026 – 15. Oktober 2026

Rio Filmtheater

Synagogenplatz 3, 45468 Mülheim an der Ruhr

Montag, 05.10.2026, 11:00 Uhr

Der letzte Walsänger

Deutschland, Tschechien, Kanada / 91 Min.
Regie: Reza Memari
Stimmen: Flemming Stein, Laura Pfister, Philipp Reinheimer u.a.
FSK: ab 6 Jahren
Empfohlen ab 8 Jahren

Inhalt
Vincent, ein junger Buckelwal, ist der verwaiste Sohn des legendären "Walsängers", dessen magischer Gesang einst die Meere beschützte. Nach dem Verlust seiner Eltern glaubt Vincent, dass seine eigene Stimme nicht stark genug sei, um diese Rolle zu übernehmen. Doch als ein uraltes, mächtiges Wesen aus dem schmelzenden Eis freikommt und die Unterwasserwelt bedroht, bleibt keine andere Wahl: Vincent muss sich seinen Ängsten stellen, sein eigenes Lied finden und sich auf eine gefährliche Reise begeben. Gemeinsam mit dem treuen Putzerfisch Walter und der mutigen Orca-Dame Darya taucht er hinab in den tiefsten Ozean, um den Mut zu finden, die Meere und letztlich sich selbst zu retten.

Umsetzung
Der Film nutzt eine farbenfrohe, detailreiche Animation, die eine lebendige Unterwasserwelt mit fantasievollen Meeresbewohner*innen zum Leben erweckt. Die Figuren sind liebevoll gestaltet und mitklaren Konturen animiert; Licht, Farben und Wassereffekte erzeugen eine atmosphärisch gelungene Unterwasserästhetik. Die Musik- und Soundgestaltung unterstützen das Abenteuer: Meeresrauschen, Gesang und Soundeffekte verbinden sich zu einer immersiven Klangwelt. Die Erzählung folgt dem klassischen Heldenreise-Muster – mit Tempo, Spannung, emotionalen Höhepunkten und gelungener Balance zwischen Abenteuer, Fantasie und ernsten Themen. Das Zusammenspiel von Animation, Musik und dramaturgischem Aufbau macht den Film sowohl für Kinder als auch Erwachsene zugänglich und sehenswert.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der letzte Walsänger lädt dazu ein, mit Kindern über Umwelt- und Meeresschutz, Verantwortung und Solidarität mit der Natur zu sprechen. Die Reise des jungen Wals Vincent kann als Ausgangspunkt dienen, um Themen wie Verlust, Trauer, Selbstfindung und Mut zu behandeln. Zugleich bietet der Film zahlreiche filmbildnerische Anknüpfungspunkte: Die leuchtende Farbgestaltung und das Spiel mit Licht und Schatten vermitteln Emotionen und Spannung; die Musik macht das "Singen" zum zentralen erzählerischen Motiv und verdeutlicht, wie Klang Bedeutung trägt. Auch die Einstellungsgrößen und Kameraperspektiven – mal nah und intim, mal weit und majestätisch – lädt Kinder dazu ein, über Wirkung und Emotion im Bild zu sprechen. So können sie spielerisch lernen, Film als gestaltetes Medium zu verstehen: Wie erzählen Animation, Sound und Rhythmus inenandergreifend eine Geschichte? Der Film eignet sich daher ideal für Umweltbildung, sozial-emotionale und ästhetische Bildung zugleich.

Quelle: www.visionkino.de

Dienstag, 06.10.2026, 11:00 Uhr

Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde

Deutschland 2025 / 97 Min.
Regie: Antonia Simm
Darsteller*innen: Tobi Krell, Marina Blanke, Theodor Latta u.a.
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 7 Jahren

Inhalt
Die beiden Checker, Tobi und Marina, misten Tobis Keller aus und finden eine alte Videokassette mit der Aufnahme einer Checker-Sendung aus Tobis Kindertagen. Dumm nur, dass das Band plötzlich abbricht und sich Tobi nicht mehr auf die Antwort seiner allerersten Checker-Frage erinnert: "Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich?". Deshalb – und auch, um sich zu beweisen, dass er noch ein richtiger Abenteurer und kein langweiliger Erwachsener ist – begibt sich Tobi auf eine Reise nach Madagaskar, Norwegen und Mexiko, um das Element Erde zu erforschen. Er spricht mit Fachleuten und lernt von ihnen, welche Tiere und Pflanzen dem Boden guttun, wie viel Leben in Steinen steckt, warum der Saatgut-Tresor in Spitzbergen als "der wichtigste Ort der Erde" gehandelt wird, wie sich klimatische Veränderungen auf den Permafrostboden am Nordpol auswirken und wie die Maya in Mittelamerika seit jeher in Einklang mit der ‚Mutter Erde', die sie ernährt, leben.

Umsetzung
Wie schon die Vorgänger verbindet der dritte Kinofilm Spielfilmelemente mit dokumentarischen Inhalten und integriert ganz unterschiedliche mediale Gattungen wie das Computerspiel oder Knetanimation, die zur Erklärung von Naturphänomenen eingesetzt werden. Die Spielfilmhandlung lässt Tobi wieder im Schnitzeljagd-Prinzip auf Reisen gehen, sich aber auch mit sich selbst und seinen Kindheitsträumen auseinandersetzen. Dabei spricht er immer wieder mit seinem achtjährigen Alter Ego, das als imaginierte Figur, gespielt von einem Kind, neben Tobi auftaucht und dem Film eine weitere Fiktionsebene hinzufügt. Die dokumentarischen Anteile überwiegen und sind mit den drei Stationen der Reise episodisch angelegt. Neben der Vermittlung von Sachinhalten, den Informationen zum Thema ‚Boden und Erdreich', präsentiert der Film Berufsbilder wie Biologin oder Archäologe, lässt das Publikum Lebenswelten an anderen Orten der Welt kennenlernen und zeigt Kindern durch mehrere Naturschutzprojekte Möglichkeiten des Engagements auf.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Im Unterricht bieten sich die Sachthemen zur Nachbereitung an. Die Schüler*innen können sich auch die fiktive Geschichte um Tobi und seine Entwicklung hin zu Checker Tobi erarbeiten, dabei sprechen sie auch über Medien im Wandelt der Zeit. In der Auseinandersetzung mit Tobis Kindheitsvideo gehen sie auf die Einstellungsgrößen ein, sprechen über ihre Wirkung und drehen ein eigenes Video, in denen mindestens zwei Einstellungsgrößen verwendet werden. Ältere Kinder identifizieren wiederkehrende Motive (Zeit, "Kacke", Computerspiel-Inhalte) oder die verschiedenen Gattungen innerhalb des Films (Computerspiel, Animation, Spiel-/Dokumentarfilm), beschreiben ihre filmische Gestaltung (z. B. die jeweils kontrapunktisch verwendete Filmmusik) und sprechen über ihre Funktionen für den Film. Sie greifen Tobis Gedanken über das Älter- und Erwachsenwerden auf und verfassen einen Brief an ihr erwachsenes Ich, in dem sie es an ihre jetzigen Wünsche oder Pläne zu erinnern. CHECKER TOBI 3 bietet sich auch als Einstieg in eigene Baumpflanzaktionen oder Naturschutzprojekte an. Dabei können die Kinder überlegen, welche Form von Teilhabe sie sich wünschen und umsetzen können und einen Projektplan erstellen.

Quelle: www.visionkino.de

Mittwoch, 07.10.2026, 11:00 Uhr

Pumuckl und das grosse Missverständnis

Deutschland 2025 / 97 Min.
Regie: Marcus H. Rosenmüller
Darsteller*innen: Maximilian Schafroth (Stimme Pumuckl), Florian Brückner, Gisela Schneeberger u.a.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 6 Jahren

Inhalt
Der Pumuckl darf mit Meister Eder zu einem Ausflug auf's Land aufbrechen, denn die ehemalige Chefin von Meister Eder hat ihn beauftragt, das alte Maikarussell zu renovieren. Und weil Pumuckl sich riesig darauf freut, mit dem "Karuschnell" um den Maibaum herumzufliegen, willigt er zähneknirschend ein, sich die Zeit im Dorf allein zu vertreiben: auf den Maibaum aufpassen, sich unter den Tieren auf dem Hof behaupten, Kinder und eine jugendliche Maibaumklau-Bande beobachten. Als Pumuckl aber mithört, wie Eder darüber nachdenkt, zu bleiben und die Schreinerei im Dorf zu übernehmen, kommt es zu großen Missverständnissen. Pumuckl fährt auf eigene Faust zurück nach München, wo er sich einen neuen Meister sucht und im Nationaltheater bei einem kauzigen Dirigenten landet. Die Freundschaft zwischen Schreinermeister Eder und Kobold wird auf eine harte Probe gestellt wird: Florian Eder wird mit seiner Jugend im Dorf und dem verführerischen Gedanken konfrontiert, eine größere Schreinerei zu übernehmen, kommt aber zum Schluss, dass er nach München und zum Pumuckl gehört. Auch dieser muss sein Leben überdenken: Was, wenn Eder wirklich im Dorf bleibt? Muss er dann mit, oder kann er sich einfach eine neue Bleibe, eine andere Bezugsperson suchen?

Umsetzung
Der Kinofilm steckt voller Liebe für seinen Stoff, die Figuren und Geschichten, in denen sich der Kobold ein Bild von unserer Welt macht und das Kinderpublikum mit auf Entdeckungsreise nimmt. Dabei verweist der Film immer wieder auf die Zeit, als die ersten "Pumuckl"-Folgen (ab 1982) über die Bildschirme liefen, etwa, wenn Meister Eder dem Kobold erklärt, wie ein Auto funktioniert oder bekannte Sätze wiederholt, denn "was sich reimt, ist gut". Die meisten Figuren sprechen Bairisch oder andere Dialekte; insgesamt ist der Film divers besetzt und weist damit auf eine vielfältige Gesellschaft, in der sich alle verstehen – auch wenn sie nicht immer jedes Wort erfassen. Der Film ist episodisch erzählt, was ihn für das jüngste Publikum zugänglich und es möglich macht, ihn im Unterricht auf mehrere Sichtungen aufzuteilen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Pumuckl ist bekannt für seine Reime und Wortspielereien, was sich im Unterricht aufgreifen lässt: Haben sich die Kinder Reime und seltsame Ausdrücke des Wortkünstlers gemerkt? Welche Wörter oder Wortkonstruktionen verstehen sie nicht, welche Reime von Pumuckl kennen sie noch oder können sie eigene formulieren? Außerdem eignet sich der Film, der Stadt- und Landleben miteinander vergleicht, über die Lebensräume Stadt/Land sowie über Heimat und Zuhause zu sprechen. Im Musikunterricht kann klassische und volkstümliche Musik einander gegenübergestellt werden. Welche musikalischen Motive wiederholen sich, welche Stimmungen nehmen die Kinder bei den verschiedenen Musikstücken und Instrumenten wahr? Darüber hinaus wird auch viel Musik im Bild gezeigt: die Blaskapelle im Dorf, das Orchester in der Oper, Meister Eder als Laiensänger auf der Bühne. Es kann besprochen werden, welche Rolle Musik und Liedtexte bei der Versöhnung zwischen Eder und Pumuckl spielen und was den Ort der Oper so besonders macht, dass die Figuren oft ergriffen darauf reagieren. Ein weiterer Zugang bietet die Kombination von Real- und Animationsfilm. Was unterscheidet Pumuckl von anderen Zeichentrickfiguren, die nur in einer Zeichentrickwelt leben? Wie verändert sich die Wirkung, wenn er auf reale Schauspieler*innen trifft? Wirkt Pumuckl "echter"? Die Kinder können eine eigene Geschichte über einen unsichtbare*n Freund*in erfinden und diese erzählen.

Quelle: www.visionkino.de

Donnerstag, 08.10.2026, 11:00 Uhr

Plitsch Platsch forever!

Schweiz 2026 / 87 Min.
Regie: Natascha Beller
Darsteller*innen: Neah Hefti, Alva Maurer, Zazie Mawete u.a.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 7 Jahren

Inhalt
Sobald es warm ist, verbringen Pola und ihre allerbeste Freundin Polly jede freie Minute im lokalen Freibad. Pollys Mütter betreiben dort das Bistro und so ist das "Plitsch Platsch" für die beiden längst zu einem zweiten Zuhause geworden. Doch dann soll das Schwimmbad für immer schließen und Pola erfährt in letzter Minute, dass Polly mit ihrer Familie nach Toronto umziehen wird. Um Polly wieder zurückzuholen, will Pola das "Plitsch Platsch" retten. Dafür braucht sie die Hilfe der anderen Kinder im Ort und lernt so Rosalie kennen. Gemeinsam entwickeln sie die Idee, das Schwimmbad in ein Öko-Bad zu verwandeln, um Kosten einzusparen und holen dafür die Stadtpräsidentin mit ins Boot. Die Kinder starten eine Unterschriftensammlung. Trotz Streit und Rückschlägen schaffen sie es am Ende zusammen, das Schwimmbad zu retten.

Umsetzung
Polas Weg zeigt eine mutige Hauptfigur, die über sich hinauswächst, als sie plötzlich ohne ihre allerbeste Freundin bestehen muss und sich dann einer größeren Gemeinschaft öffnet. Die Kinder im Film sprechen verschiedene Sprachen, wie Polnisch oder Französisch, und Polly zieht nach Toronto. So wird Rotwil zum Symbol für eine kleine Stadt in einer großen, vernetzten Welt. Aber auch für eine heile Welt, in der Freundschaft und Zusammenhalt, auch generationenübergreifend, im Mittelpunkt stehen. Das mitreißende Sommerferienabenteuer macht bewusst, wie leicht wir Demokratie als Selbstverständlichkeit betrachten und vergessen, sie zu nutzen – obwohl sie ein Werkzeug ist, auch für Kinder. PLITSCH PLATSCH FOREVER! ist dabei ein starkes Plädoyer dafür, die Stimmen von Kindern ernst zu nehmen, sie einzubeziehen und sieniemals zu unterschätzen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für den Unterricht. Durch filmische Gestaltungsmittel entstehen humorvolle Momente, die Emotionen anschaulich und zugänglich vermitteln. Ein überraschender Reißschwenk, nachdem Pola sagt "Ich gehe nie mehr nach draußen", bevor sie im nächsten Moment bereits vor der Haustür steht, oder die Zeitraffersequenz der Abschiedsfeier, die die Gefühle in der langen letzten gemeinsamen Nacht mit Polly spürbar macht, eröffnen Möglichkeiten zur Analyse dieser Gestaltungsmittel. Schüler*innen können dabei Figuren, Mimik, Gestik und Raumwirkung beobachten sowie Perspektiven, Szenenaufbau und Kameratechniken wie den Schuss-Gegenschuss nachvollziehen. Inhaltlich bietet der Film Anlässe, über Demokratie und Mitbestimmung zu sprechen sowie Ursache-Wirkung- Zusammenhänge im Handlungsverlauf zu erkennen.

Quelle: www.visionkino.de

Freitag, 09.10.2026, 11:00 Uhr

Momo

Deutschland 2025 / 91 Min.
Regie: Christian Ditter
Darsteller*innen: Alexa Goodall, Laura Haddock, Claes Bang u.a.
FSK: ab 6 Jahren
Empfohlen ab 9 Jahren

Inhalt
Das Waisenmädchen Momo lebt allein in den Ruinen eines verlassenen Amphitheaters. Ihr einziger Kontakt ist der Straßenkehrer Beppo, bis sie sich mit dem gleichaltrigen Gino anfreundet und dadurch weitere Menschen kennenlernt. Weil Momo eine sehr gute Zuhörerin ist, kommt die Anwohner*innenschaft bald immer häufiger im alten Theater zusammen. Derweil wirbt der mächtige Konzern "Grey Corporation" mit der Idee, durch effizientes Handeln gesparte Zeit auf einem Konto zu sparen, um später frei darüber zu verfügen. Tatsächlich wollen die "Grauen" die Zeit aber stehlen. Wie die meisten Menschen fallen auch Ginound dessen Mutter auf die List herein. Nur Momo erkennt den Betrug und soll deshalb beseitigt werden. Mit Hilfe der magischen Schildkröte Kassiopeia flieht sie zu Meister Hora, der die Zeit für eine Stunde anhält – eine letzte Chance, die Grauen zu besiegen.

Umsetzung
Als modernes Märchen, das von der sinnvollen Nutzung der Zeit handelt, ist Michael Endes hintergründiger Kinderbuchklassiker "Momo" von 1973 bis heute aktuell. Fast vierzig Jahre nach der beliebten Realfilmadaption von Johannes Schaaf (BRD/Italien 1986) – die animierten Versionen von 2001 und 2003 fanden wenig Anklang – legt Autor und Regisseur Christian Ditter eine Neuauflage des Stoffs vor. Sein international besetzter und auf Englisch gedrehter Realfilm folgt in den Grundzügen dem Original, was schon die zu Beginn eingeführte Erzählerstimme verheißt. Darüber hinaus modernisiert Ditter die Geschichte mit Verweisen auf neue Technologien, die auf die heutige Lebenswelt referieren. Der Ansatz erzeugt gelungene Einzelmomente, denen allerdings eine überhastete Erzählweise entgegensteht. Im Kern lohnt die Neuversion dennoch.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
MOMO inspiriert dazu, das allgegenwärtige Phänomen der Zeit zu besprechen. In der von den Grauen ausgerufenen "Ära der Zeiteffizienz" klingt das Thema Zeitmanagement an, das mit Selbstoptimierung einhergeht; im Film erweist sich die zwischen Beruf und Familie aufgeriebene Liliana als prototypische Kundin des Zeitsparkonzerns. Welche Nutzung der Zeit finden die Schüler*innen sinnvoll, welche weniger – und warum? Wie interpretieren sie die Botschaft, die in der Dialogzeile "Wir haben nur jetzt" steckt? Ditter greift das Leitmotiv auch audiovisuell auf: Zum Auftakt hören wir eine Uhr ticken, im Anschluss sehen wir ein stehengebliebenes Bild, später läuft die Zeit rückwärts ab. Davon ausgehend kann eine Analyse aufzeigen, mit welchen Mitteln Filme Zeit inszenieren, dehnen oder raffen. Nicht zuletzt schärft ein Vergleich mit der Buchvorlage und/oder der Adaption von 1986 den Blick für die Ausgestaltung von Geschichten. Dabei können die Modernisierungen der aktuellen Fassung – darunter das neue Design der Grauen – in den Fokus rücken.

Quelle: www.visionkino.de

Montag, 12.10.2026, 11:00 Uhr

Die Schule der magischen Tiere 4

Deutschland 2025 / 102 Min.
Regie: Bernhard Jasper, Maggie Peren
Darsteller*innen: Emilia Maier, Loris, Sichrovskry, Luis Vorbach u.a.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 8 Jahren

In der Fortsetzung der Spielfilmreihe DIE SCHULE DER MAGISCHEN TIERE 4 geht es um eine Klasse an der Wintersteinschule, wo die Schüler*innen Tiere als Gefährten bekommen, die sprechen können und ihnen immer beistehen. Als ihre Schule droht, geschlossen zu werden, da sie nicht genug Anmeldungen für das neue Schuljahr hat, geben die Kinder alles, um die anstehende Schulchallenge zu gewinnen, um Werbung für neue Anmeldungen zu machen. Denn für sie steht ihre magische Gemeinschaft auf dem Spiel. Währenddessen wird Ida von ihrer alten Freundin Miriam besucht, die in dieser Zeit auf die Wintersteinschule gewechselt hat. Miriams ehemalige Schule tritt auch bei der Schulchallenge an und setzt Miriam unter Druck. Auf welcher Seite steht Miriam?

Der Film spricht mehrere wichtige Themen an, unter anderem Mobbing, das ein wichtiger Aspekt für die Charakter-Entwicklung von Miriam im Film ist. Der Film bringt auch Liebe auf die große Leinwand, für gleich mehrere Figuren. Nicht nur führt er die Beziehung zwischen Ida und Jo weiter, sondern er zeigt auch das erste Verlieben, mit den Figuren Max und Leonie, die beide ineinander verliebt sind, aber zu schüchtern sind, es gegenseitig zu sagen. Die Schauspieler haben eine solide Performance gegeben. Man merkt beim Zuschauen nicht, dass die Schauspieler bei den Dreharbeiten nicht mit echten Tieren sprechen. Dazu fanden wir, dass die Tiere mit gutem CGI visualisiert wurden. Außerdem fanden wir, dass die Lieder die Emotionen gut transportiert haben.

Wir empfehlen den Film mit 4 Sternen von 6 bis 15 Jahren, auch wenn für jüngere Zuschauer das Thema Liebe befremdlich wirken kann.

(BJF Jugendfilmjury)

Dienstag, 13.10.2026, 11:00 Uhr

Superkräfte mit Köpfchen

Niederlande 2024 / 92 Min.
Regie: Dylan Haegens
Darsteller*innen: Finn Vogels, Elise Schaap, Bas Hoeflaak, Joke Tjalsma u.a.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 7 Jahren

Inhalt
Lev fühlt sich als Außenseiter, seit er wegen eines verunglückten Sprungs vom Garagendach hinkt. In der Schule wird der unsichere Junge oft gehänselt, zu Hause nerven seine überfürsorglichen Eltern Lidewij und Govert. Psychologischen Beistand findet er in seinem Idol, dem Superhelden Healix, der mit seinen magischen Kräften angeblich Gehbehinderte heilen kann. Als Lev erfährt, dass Healix zu der niederländischen Comic-Con in Utrecht kommt, möchte er mit seinem besten Freund Ravi auch dorthin. Außerdem hofft er, dort seine rätselhafte Videospiel-Partnerin Supergirl kennenzulernen. Doch Levs Eltern halten die Großveranstaltung für zu gefährlich. Zum Glück kommt seine exzentrische Großmutter Lydia zu Besuch und setzt durch, mit ihm zur Comic Con zu fahren. Sie hilft ihm auch, ein Superhelden-Kostüm für den dortigen Superkräfte-Wettbewerb zu beschaffen. Sein großes Ziel gerät in Gefahr, als er erfährt, dass Lydia und die Eltern ihm etwas sehr Wichtiges verschwiegen haben.

Umsetzung
Die Eingangssequenz schneidet im Schnelldurchgang Schlüsselthemen der Adaption des Kinderbuchs von Wouter de Jong an und gibt einen Vorgeschmack auf stark stilisierte Figuren und das hohe Erzähltempo. Der Regisseur, Schauspieler, Produzent und YouTube-Star Dylan Haegens, der auch das Drehbuch mitgeschrieben hat, lässt darin Wunschträume und Realität hart aufeinanderprallen. Auch später im Film flüchtet Lev immer wieder in Tagträume, in denen der Superheld Healix ihm magische Kräfte verleiht, indem er mit einem leuchtenden Finger seine Stirn berührt. So kann der gehbehinderte Junge akrobatische Sprünge absolvieren und Mädchen an der Schule beeindrucken. Haegens setzt auf eine abwechslungsreiche Gestaltung mit Zeitlupen, Split Screen-Kompositionen und Rückblenden, die die lineare Erzählung auflockern: So macht eine zweifache Rückblende klar, dass Lev einst von Lydia dazu verleitet wurde, vom Garagendach zu springen. Neben etlichen originellen Einfällen sorgt vor allem die eigensinnige Oma, die das eintönige Familienleben mit schrägen Ideen und frechen Sprüchen aufmischt, für Humor.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Im Unterricht bietet es sich an, die Entwicklung des Außenseiters Lev zu analysieren, der zuerst unter der Bevormundung durch die Eltern und unter Mobbing in der Schule leidet, aber durch den tatkräftigen Beistand der Großmutter und die Freundschaft mit Ravi Selbstvertrauen gewinnt. Welche Rolle spielen die fantastisch überhöhten Treffen mit Healix für seinen Zuwachs an mentaler Stärke? Durch welche Fähigkeiten und Attribute wird er zeitweise zum Superhelden? Die schwerkranke Lydia gibt zu, dass sie eine "Riesenangst" vor dem Sterben hat, und ermutigt ihren Enkel, sich seinen Ängsten zu stellen: "Tu die Dinge, vor denen du dich fürchtest!" Warum kann gerade ihr Vorbild Lev helfen, die eigenen Schwächen anzunehmen und damit seine Furcht vor Ausgrenzung zu überwinden? Filme wie ANTBOY oder SUPA MODA zeigen, wie beliebt Superheldenfiguren in Kinderfilmen sind. Welche Gestaltungselemente und Motive sind typisch für Superheldenfilme und finden sich auch hier? Was haben Buchvorlage und Filmadaption gemeinsam, worin unterscheiden sie sich?

Quelle: www.visionkino.de

Mittwoch, 14.10.2026, 11:00 Uhr

Das geheime Stockwerk

Deutschland, Österreich, Luxemburg 2025 / 96 Min.
Regie: Norbert Lechner
Darsteller*innen: Silas John, Annika Benzin, Maximilian Reinwald u.a.
FSK: ab 6 Jahren
Empfohlen ab 9 Jahren

Inhalt
Der 12-jährige Karli zieht mit seinen Eltern in die Alpen. Dort möchten seine Eltern ein altes Hotel renovieren und neu eröffnen. Karli ist vom Umzug nicht begeistert und hilft nur widerwillig mit. Eines Tages entdeckt er, dass der alte Aufzug des Hotels eine Zeitreisemaschine ist. Mit ihr landet Karli im Hotel im Jahr 1938. Neugierig betritt er die ihm fremde Welt und freundet sich dort mit dem jüdischen Mädchen Hannah und dem Schuhputzer Georg an. Außerdem lernt er den Pianisten Bruno kennen. Im Hotel scheint jemand Geld zu stehlen. Georg wird beschuldigt und Hannah sowie Karli setzen alles daran, den wahren Dieb zu finden. Dabei bemerken sie, dass im Hotel geheimnisvolle Dinge vor sich gehen. Karli erkennt außerdem, dass Hannah und ihr Vater – vor allem von der Nazifamilie Hartwig – angegriffen werden. Er beginnt, in seiner Zeit über den Nationalsozialismus zu recherchieren und sorgt sich, dass ihnen etwas Schlimmes passieren könnte.

Umsetzung
Der Film erzählt kindgerecht von verschiedenen Aspekten des Antisemitismus im Nationalsozialismus. Auch Themen wie Fluchthilfe und Widerstand werden behutsam vermittelt, indem sie als Rätsel präsentiert werden, die die Kinder im Film nach und nach entschlüsseln. So entsteht eine Form der Wissensvermittlung, die junge Zuschauer*innen nicht überfordert, sondern ihnen – ähnlich wie bei einem eigenen Forschungsauftrag – historische Zusammenhänge schrittweise eröffnet. Besonders interessant ist die Verbindung mit Elementen des Kriminal- und Detektivfilms, die für Spannung sorgen: rasche Schnitte, auffallende Musik und ein authentisch wie aufwändig gestaltetes historisches Setting. Die Zeitreise, die Karli unternimmt, wird so auch für das Publikum zu einer Reise in die Vergangenheit, unterstützt durch die angepasste Sprache und Kostüme. Im Vordergrund stehen die Kinder; sie agieren selbstständig und selbstbewusst.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Im Schulunterricht kann der Film als Anlass zu eigenen Rechercheaufgaben über den Nationalsozialismus genutzt werden. Zu untersuchende Aspekte könnten sein: Antisemitismus, antijüdische Gesetze, Denunziationen, systematische Verfolgung verschiedener Menschengruppen, sowie Flucht und Fluchthilfe. Filmästhetisch interessant sind das historische Setting und die spannende Inszenierung einzelner Szenen, in denen die Kinder rätseln und forschen. Auch die Figurenentwicklung, etwa bei Karli und Georg, bietet Ansatzpunkte für eine Analyse der Narration. Schüler*innen könnten untersuchen, wie mit Musik, Kamera und Schnitten Spannung erzeugt wird. Wichtig ist ein begleitender Dialog, um zu verdeutlichen, dass das Hotel im Film als Ort der Fluchthilfe eine Ausnahme darstellt. Ebenso erfordert die karikaturistische Darstellung der Nazifamilie eine begleitende Erklärung, um zu betonen, dass der Großteil der deutschen Bevölkerung partizipierte – und nicht nur einzelne Personen.

Quelle: www.visionkino.de

Donnerstag, 15.10.2026, 11:00 Uhr

Mitmachkino für Kindergärten und Erstklässlerinnen und Erstklässler

Tommy Tom – Ein neuer Freund für Tommy Tom

Niederlande 2024 / 62 Min.
Regie: Joost Van Den Bosch, Erik Verkerk
Animation
FSK: ohne Altersbeschränkung
Empfohlen ab 4 Jahren

Tommy Tom ist ein Kater, der gerne zusammen mit seiner Freundin, Mieze Maus, die Welt erkundet. Er stromert im Haus herum, steckt seine Nase in Körbe und Kisten und untersucht, was er noch nicht kennt. Wie schön, als draußen die ersten Schneeflocken in der Luft herumtanzen und er einen wundervoll weißen Wintertag erlebt. Als Tommy Tom und Mieze Maus im Schnee herumtoben, bemerken sie im Nachbarhaus einen unbekannten Hund. Der Nachbarhund macht den beiden Katzen ein klein wenig Angst, dann aber überlegen sie, ob er nicht auch ein Freund sein könnte.

Der Film erzählt eine einfache Geschichte in einfach gezeichneten Bildern und in kleinen Schritten, so dass du schnell alles verstehst. Ein Erzähler beschreibt, was du siehst und wiederholt seine Sätze, falls du einmal etwas nicht mitbekommen hast. Das ist besonders für die ganz Kleinen im Kinosaal eine tolle Sache. Neben dem Erzähler hören wir über den Filmbildern auch immer wieder Kinderstimmen, die über das, was auf der Leinwand passiert, sprechen, Tommy Tom anfeuern, ihn erinnern, wenn er etwas vergessen hat, ihn loben oder warnen. Deshalb darfst auch du gerne während des Films reden und sagen, was dir gerade in den Kopf kommt. Die Lieder zwischendurch sind eingängig, so dass du schnell mitsingen kannst. Und wenn du ganz genau aufpasst, entdeckst du auch die wunderbare Welt des Kinos, wenn dir der Nachbarhund zeigt, wie aus einem einfachen Strich eine Figur entsteht und bewegt wird.

Quelle: www.kinderfilmwelt.de


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